ATLAS

Ein Stück, das für die prestigeträchtige und traditionsreiche Kompanie Stuttgart Ballett geschaffen wurde und am 13. Juni 2026 im Schauspielhaus Stuttgart premiered wurde.

In Zusammenarbeit mit den Gasttänzern Yaiza Coll Suppert und Hélias Salvador Tur-Dorvault erforscht Atlas die Konzepte von Identität und existenziellem Sinn, greift die großen philosophischen Fragen wieder auf und entwickelt eine Bühnensprache sowie eine Inszenierung, die danach streben, sich der aufrichtigsten und humanistischsten Sensibilität durch Surrealismus und Expressionismus anzunähern.

Wer sind wir unter den Namen und Formen, die wir bewohnen?


Inspiriert vom Mythos von Atlas entfaltet sich dieses Stück nicht als die Geschichte eines einzelnen Titanen, sondern als ein gemeinsamer Zustand; ein Erbe der Last, das durch die Zeit weitergegeben wird. Inmitten der Unwissenheit versammeln sich Körper in stillem Widerstand. Jeder trägt ein Gewicht, das unsichtbar bleibt und doch jede Bewegung, jeden Atemzug formt.

Hier werden die Himmel nicht länger von einer einzigen Gestalt getragen. Sie sind verstreut, zersplittert und ruhen auf allen Schultern, während sie eine Landschaft unbeantwortbarer Fragen zeichnen: Wer bin ich wirklich? Welche zerbrechliche Wahrheit, wenn überhaupt eine, verankert meine Existenz?

In dieser schwebenden Welt gibt es keine endgültige Auflösung, keinen Moment der Befreiung. Nur das stille Fortbestehen des Seins, des Tragens, des Suchens, des Liebens, des Ausharrens unter einem Himmel, der sich vielleicht niemals hebt und doch vielleicht einen Sinn für unseren Tanz birgt.